Mehrstärkengläser
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Die Rodenstock Mehrstärkengläser
Mehrstärkengläser haben Tradition. So werden schon seit mehr als hundert Jahren Zweistärkengläser für die Korrektur der Presbyopie verwendet. Sie ermöglichen dem alterssichtigen Brillenträger ein deutliches Sehen sowohl in die Ferne als auch in die Nähe – ohne lästigen Brillenwechsel.

Erst in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts schufen Entwicklungsschritte auf fertigungstechnischem Gebiet die Basis für eine weite Verbreitung der Mehrstärkengläser.

Wesentliche Verbesserungen der Trageeigenschaften, des Sehkomforts und nicht zuletzt ihrer Ästhetik führten dazu, daß Mehrstärkengläser heute allgemeine Akzeptanz gefunden haben. Die korrektionsbedingten Erfordernisse und ebenso die individuellen Ansprüche des Brillenträgers bezüglich Tragekomfort und Ästhetik sind inzwischen vielfältig und hoch. Rodenstock offeriert mit seinem Mehrstärkengläser-Programm ein Produktangebot, das auch unterschiedlichsten Anforderungen und Wünschen gerecht wird.
Rodenstock hatte immer wieder maßgeblichen Anteil an der technologischen Weiterentwicklung. Auch heute sind der konsequente Ausbau der Produktionsstätten und der Einsatz modernster Fertigungsmethoden die Voraussetzung, um den hohen Qualitätsanspruch an Rodenstock Mehrstärkengläser in jeder Hinsicht erfüllen zu können. Deshalb erfolgen Entwicklung und Bau der erforderlichen Fertigungseinrichtungen – von Fräs-, Schleif- und Poliermaschinen, Bandöfen für die Nahteilverschmelzung, Gießformen für organische Gläser, Polymerisationsöfen bzw. -bädern, um nur einige Beispiele zu nennen – in unternehmenseigenen Konstruktionsbüros und Werkstätten. Genau wie den zahlreichen Meß- und Prüfeinrichtungen zur Qualitätssicherung während der Herstellung und zur Produktendkontrolle bei Rodenstock große Sorgfalt gewidmet wird.
Ein breites Programm in drei Ausführungsarten

Das Rodenstock-Mehrstärkengläser-Programm umfaßt drei Ausführungsarten:

1. Mineralische Gläser mit eingeschmolzenen Nah- bzw. Zusatzteilen.
2. Organische Gläser mit abgeformten Nah- bzw. Zusatzteilen.
3. Mineralische und organische Spezialgläser mit eingeschliffenen oder
    abgeformten Nah- bzw.  Zusatzteilen.

Wissenswertes über die Herstellung von Mehrstärkengläsern

Mineralische Zwei- und Dreistärkengläser mit eingeschmolzenen Nah- und Zusatzteilen

Hier erhält das Grundglas auf der Konvexfläche entsprechend der geforderten Addition eine Hohlung. Sie dient zur Aufnahme des sogenannten Knopfs. Der Knopf besteht aus dem eigentlichen höherbrechenden Nahteilglas, bei Dreistärkengläsern aus einem höherbrechenden Zwischenteilglas und dem hochbrechenden Nahteilglas.

Aus fertigungstechnischen Gründen muß ein Ergänzungsteil mit der gleichen Brechzahl wie das Grundglas den Knopf komplettieren; das Ergänzungsteil ist später unsichtbar. Der Knopf wird im temperaturgesteuerten Bandofen mit dem Grundglas verschmolzen und das Glas anschließend spannungsfrei abgekühlt.

Nach dem Abkühlen wird der überstehende Teil des Knopfes abgefräst und die Vorderfläche fertig bearbeitet. Nun steht das Glas als Blank mit der geforderten Addition für die Bearbeitung der augenseitigen Fläche bereit. Die Flächenkrümmung der Hohlung bzw. des Knopfes ergibt zusammen mit der Brechzahl des Nahteilglases und der Krümmung der Vorderfläche die gewünschte Nahzusatzwirkung.

Herstellung eines Dreistärkenglases

Werdegang eines mineralischen, verschmolzenen Dreistärkenglases, schematisch
Blick in den Bandofen Das mit dem Knopf verschmolzene Grundglas während der Verschmelzung im Bandofen. Der Knopf ragt deutlich aus dem Grundglas hervor.
Da die Nahteillinse mit zunehmender Addition dicker und die Trennfläche entsprechend breiter undauffälliger werden, verwendet man bei den höheren Additionen auch hochbrechende Nahteilglas-Materialien. Ein spezielles Schmelzverfahren vermeidet störende Reflexe auf der Trennfläche. Außerdem erhalten die hochwertigen Mehrstärkengläser von Rodenstock – Rodalux, Pantolux, Trifolux – verkippte Trennflächen, um ihre Auffälligkeit auf ein geringstmögliches Maß zu reduzieren. So erscheinen sie dem Brillenträger bei üblicher Vorneigung und Höhenpassung der Gläser nur als feine Haarlinien und nicht als Flächen.
Schemazeichnung
Verkippung der Trennfläche eines verschmolzenen Zweistärkenglases. Z’: optischer Augendrehpunkt;
B F : Fernbezugspunkt;G N : geometrische Nahteilmitte; C 1 , C 2 : Mittelpunkt der Vorder- bzw. Hohlungsfläche
Organische Zwei- und Dreistärkengläser mit abgeformten Nah- und Zusatzteilen

Der Trend zu bedeutend leichteren und weitgehend bruchfesten organischen Brillengläsern gilt auch für Mehrstärkengläser. Organische Mehrstärkengläser von Rodenstock tragen dieser Entwicklung umfassend Rechnung.

Sie zeichnen sich in bezug auf optische Qualität, Einhaltung der dioptrischen Wirkungen und die charakteristische Formstabilität des duroplastischen Materials durch den gleichen hohen Qualitätsstandard aus wie die mineralischen Rodenstock-Gläser. Hinzu kommen dauerhafte Alterungsbeständigkeit, beste Eignung zur Einfärbung mit gleichmäßig reproduzierbaren Farbtönen sowie optimale Voraussetzungen für Antireflex-Beschichtungen. Die Veredelung der Oberflächen mit Hartschichten sorgen darüber hinaus für eine nahezu gleich hohe Verschleißfestigkeit wie bei Mineralgläsern.

Im Prinzip erfolgt die Herstellung von organischen Mehrstärkengläsern auf die gleiche Weise wie bei organischen Einstärkengläsern. Zwei Formschalen aus Glas, die mit der Präzision feinoptischer Linsen geschliffen und poliert sein müssen, werden zu einer Gießform zusammengesetzt. Ein Dichtring hält die beiden Formschalen zusammen und stellt den genauen Zwischenraum her, der dann flüssiges Monomer aufnimmt. Weil das Material beim Aushärten schrumpft, verändern sich die Flächenkrümmungen der abgegossenen Gläser. Diesen Effekt gilt es bei der Herstellung der Formschalen und der Dichtringe entsprechend zu berücksichtigen.

Herstellung mit Hilfe einer Gießform
Herstellung eines organischen Zweistärkenglases, schematisch

Entnommen: "Technische Brillenglas-Informationen" mit freundlicher Genehmigung der Firma Rodenstock, München

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